DEUTSCHER PRESSETEXT

Weekend (1996) kann man als das erste ausgereifte Statement von Kreidler bezeichnen. Mit diesem Album wurde Kreidler zu einer Band: Weekend führte die losen Fäden ihrer früheren Arbeiten zusammen und leitete eine Reise ein, die bis heute andauert. Diese Neuauflage von Weekend zum 30-jährigen Jubiläum feiert die Anfänge von Kreidler, während der Blick der Band fest auf die Zukunft gerichtet bleibt.

1996 wurde Weekend sowohl in der deutschen Presse als auch international begeistert aufgenommen. Die Band gab Konzerte in Westeuropa, tourte durch Frankreich, hatte ihre ersten Auftritte in London und zog ein großes Publikum zu ihren Konzerten. Der Song Reflections wurde ein kleiner Hit und lief in Rotation auf MTV und Viva.

Die Düsseldorfer Gruppe, bestehend aus Thomas Klein, Andreas Reihse, Stefan Schneider und Detlef Weinrich, begann im Winter 1995/96 mit der Arbeit an dem Album. Die meisten Songideen waren als Improvisationen während Soundchecks vor Konzerten entstanden und wurden oft als Zugaben gespielt.

Im April machte sich Kreidler auf nach Berlin, um in einem Studio, das Bernd Jestram im Milchhof in Prenzlauer Berg eingerichtet hatte, aufzunehmen, was Weekend werden sollte. Die Band arbeitete zügig – dank ihrer jüngsten Auftritte war sie gut eingespielt. Sie nahm die meisten Songs in ein oder zwei Takes auf, mit einigen Overdubs und geringfügigen Bearbeitungen.

Am 20. April spielte Kreidler im Eimer in Berlin-Mitte. Der Eimer war ein zum Club gewordenes verwaistes Wohnhaus mit einem riesigen Loch in einer der Etagendecken. Am Rande des Loches spielten die Bands im oberen Teil, während das Publikum eine Etage tiefer lauschte und guckte. Nach dem Auftritt begab sich die Menge auf den Dachstuhl, um dort mit Digital-Hardcore-DJs weiterzufeiern. Jutta Bächner war dabei.

Andreas war mit Jutta in Kontakt gekommen, als sie Promoterin für Acts und Labels elektronischer Tanzmusik war und er für das Düsseldorfer Stadtmagazin Terz schrieb. Schnell freundeten sie sich an. Und als sie 1995 das Label Kiff SM gründete, war klar, dass Kreidler dort veröffentlichen würde.

Weekend erschien im Oktober 1996 und erhielt eine Fülle positiver Kritiken. „Sie hätten keinen besseren Moment wählen können, um aufzutauchen“, schrieb Mark Roland in FM. „Man kann sich genau vorstellen, wie diese Truppe sich alles aus dem Stegreif ausdenkt, sich in die Nacht hinein spielt und sich in eine Art Lo-Fi, auf das Wesentliche reduzierte technische Ekstase versetzt –  während ein Zweispur-Tonbandgerät leise alles aufzeichnet“ und bewertete das Album mit 5 von 5 Sternen.

Weekend wurde in den unterschiedlichsten Szenen wohlwollend rezipiert. Die Musik wurde als Post-Rock, Downbeat, Electronica beschrieben und – natürlich – in eine bestimmte Tradition des Krautrock eingeordnet, nämlich die des Rheinlands mit Kraftwerk, NEU! und Can. 

Es gab begeisterte Kritiken in Club-/Techno-Magazinen, so zum Beispiel Bleed in Frontpage: „Die Stimmung, die ihre Stücke immer wieder erzeugen, ist mehr als nur ein Wochenende genaue Beschreibung dessen, was sich um einen herum noch bewegen kann, sondern ein für die nächsten Jahre festgeschriebenes Moment der Klärung eines unvereinbaren Zusammenhangs zwischen Mensch Maschine und dem Universum, wie es mal war. In gewisser Weise sind Kreidler, so angenehm hörbar sie sind, radikaler als viele andere Versuche digitale Klangästhetik auf den Bereich des Hörbaren zu reduzieren, und erst recht weiter als die immer wieder mit musikalischem Können das Elektronische simulieren wollenden Tortoise. Unglaublich gute Platte.“

Aber auch in Jazzthing: „Weekend läßt ein absolut eigenständiges und entsprechend autark handelndes Konglomerat von Musikern und Tüftlern vermuten. Und zwar solche, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch wissen, wie viel Raum und Zeit wirklich gute Musik braucht, um richtig abheben zu können.“ 

Rob Young in The Wire: „Weekend ist ein echter Blitz aus heiterem Himmel, ein trügerisch einfaches Instrumentalwerk, trocken produziert und nahezu makellos. Ein schillerndes 14-Stücke-Set, das das doppelte Erbe von DAF und Felt entstaubt.“

Oder Chris Hill in Westnet: „Weekend ist aufgeteilt zwischen dem vertrauten, klassischen Schauplatz von Bassgitarre und Schlagzeug und dem elektronischen Gefilde von Keyboards und Samples – für ein zugleich einladendes und wohlwollend fremdartiges Erleben. Hört rein und ihr werdet verstehen, weshalb Momus, David Bowie und Stereolab zu ihren Fans zählen.“

Schließen wir mit Ned Raggett von AllMusic: „Der Einsatz sanfter, glockiger Keyboard-Parts an vielen Stellen sorgt jedoch für einen reizvollen, sanften Kontrast und verleiht den dunkleren, schwereren Elementen der Songs eine gewisse Zartheit. Es ist eine zurückhaltende Spannung, die jedoch wunderbar funktioniert und so großartigen Songs wie Reflections und La Fille En Beige das gewisse Etwas verleiht, das das Potenzial von Kreidler im Ganzen verdeutlicht.“

In Jahresrückblicken fand man das Album in den Kritikercharts, beispielsweise im Magazin „Spex“, wo außerdem die Leser_innen Kreidler zum „Newcomer des Jahres“ wählten.

Dreißig Jahre später, im Jahr 2026, und Kreidler ist unermüdlich. Mehr als 1.000 Auftritte in über 30 Ländern, mit einer Diskografie, die 20 Alben sowie zahlreiche weitere Veröffentlichungen umfasst. Die Band, als Trio aus Thomas Klein, Andreas Reihse und Alexander Paulick, hat erst im Mai diesen Jahres Ihre jüngste LP Schemes veröffentlicht, und das nächste Album ist bereits für Januar 2027 geplant. Diese Neuauflage von Weekend zum 30-jährigen Jubiläum feiert die Anfänge von Kreidler, während der Blick der Band fest auf die Zukunft gerichtet bleibt.

 

WEEKEND - 30TH ANNIVERSARY EDITION (OUT OCTOBER 30TH)

Originally released 30 years ago, Weekend can be considered Kreidler‘s first fully formed statement. With Weekend, Kreidler truly became a band. The album brought together the loose threads of their preliminary work and set in motion a journey that continues to this day. 

In 1996, Weekend was warmly welcomed and praised in the German press, as well as internationally. The band had shows in Western Europe, toured France, played their first gigs in London and attracted large audiences to their concerts. The song Reflections became a minor hit and went on rotation on MTV and Viva.

The Düsseldorf based group consisting of Thomas Klein, Andreas Reihse, Stefan Schneider and Detlef Weinrich began work on the album in Winter 1995/96. Most of the song ideas had emerged as improvisations during concert soundchecks and were often played as encores.

In April, Kreidler set off to Berlin to record what would become Weekend at a studio space in the empty premises of Milchhof in Prenzlauer Berg. Kreidler worked quickly – thanks to their recent performances, the band was well rehearsed. They recorded most of the songs in one or two takes, with some overdubs on location and some minor editing.

And on 20 April Kreidler played at Eimer, the legendary Berlin-Mitte venue, a demolished dwelling where the audience attended on a level below the artists performing through the massive hole of a collapsed floor. After the gig the crowd moved up onto the roof to continue partying with Digital Hardcore DJs. Jutta Bächner was in the audience. 

Andreas got in contact with Jutta while she was working as a promoter for electronic dance music acts and labels and he was writing for Düsseldorf city magazine Terz. Quickly they became friends. So when in 1995 she founded the label Kiff SM, it felt natural that Kreidler should join the roster.

Weekend was released in October 1996 to an abundance of positive reviews. "[They] couldn't have chosen a better moment to pop up," Mark Roland wrote in FM. "You can just picture this lot, making it up as they go along, riffling into the night, trancing themselves into some kind of lo-fi, bare bones, technical ecstasy with a two-track open-reel tape machine quietly capturing it all," and awarded the album 5 out of 5 stars. 

Weekend connected rather separate musical scenes. The music was read as post-rock, electronica, and – obviously – placed in a certain tradition of Krautrock, the Rhineland type, Kraftwerk, NEU!, Can. There were rave reviews in club/techno outlets, e.g. Bleed in Frontpage: "The atmosphere that their pieces consistently evoke is more than just a Weekend’s precise description of what might still be happening around you; it is a moment of clarification – set in stone for years to come – of an irreconcilable relationship between man, machine and the universe, as it once was. In a sense, Kreidler – as pleasantly listenable as they are – are more radical than many other attempts to reduce digital sound aesthetics to the realm of the audible, and certainly go further than Tortoise, who repeatedly seek to simulate electronic music through their musical skill. An incredibly good album.” 

Or in Jazzthing: "Weekend suggests a completely independent and, as such, self-sufficient collective of musicians and tinkerers. And not just any musicians and tinkerers, but those who not only know their craft inside out, yet also understand how much space and time really good music needs to truly take off." Or Rob Young's take in The Wire: "Weekend is a real bolt from the blue, a deceptively simple instrumental corpus, drily produced and with barely a hair out of place. [..] A shimmering 14-track set that dusts off the twin legacies of DAF and Felt." 

Chris Hill in Westnet: "Weekend is split between the familiar, classical arena of bass guitar and drums, and the electronic realm of keyboards and samples, for a simultaneously inviting and benevolently alien experience. Take a listen, and hear why Momus, David Bowie, and Stereolab number among their fans." Or Ulrich Paasch in the conservative weekly Die Zeit: "Avantgarde, die auf Anhieb Spaß macht." (Avant-garde that's fun right from the start). 

Let's finish with Ned Raggett, AllMusic: "The use of soft, chiming keyboard parts at many points, though, give a fun, gentle sense of contrast, adding delicacy in contrast to the darker, heavier elements of the songs. It's a low-key tension, but one that works wonderfully, and invests such fine songs as 'Reflections' and 'La Fille En Beige' with the extra touch that shows the promise of Kreidler as a whole." In end-of-year lists, e.g. in Spex magazine, the album was in the critics' polls, with readers also voting Kreidler "newcomer of the year".

Thirty years later, in 2026, Kreidler endures. They have performed more than 1,000 times in over 30 countries. Their discography spans 20 albums alongside numerous other releases. Today, as the trio of Thomas Klein, Andreas Reihse and Alexander Paulick, the band remains highly prolific. Their most recent LP Schemes was just released in May and the next is already scheduled for January 2027. This 30th-anniversary reissue of Weekend celebrates the origin of Kreidler, while their sights remain firmly set on the future.

 

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KREIDLER - Jaguar (official video)

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