HENRYK DEBICH – STRING BEAT

Nur auf Vinyl! BUREAU B BB11/ Indigo LP 912261/ 4047179122610

2.5.2008


Eine der legendärsten und gesuchtesten Kostbarkeiten des polnischen Jazzfunk wird im Mai 2008 vom Hamburger Label BUREAU B auf Vinyl wiederveröffentlicht: Henryk Debich – STRING BEAT aus dem Jahr 1975. Gemastert von den Originalbändern der polnischen Plattenfirma Muza (Original-Katalognummer SX 1276) und angeregt durch einen Hinweis des befreundeten Jazzanova-Mitglieds und ausgewiesenen Kenners obskurster Jazz- und Groove-Quellen Roskow Kretschmann.


Es ist in der Szene kein Geheimnis, dass eine Menge exzellenter Jazz aus Polen kam und noch immer kommt. Eine der Hoch-Zeiten hatte der Polen-Jazz Mitte der Siebziger, und als dessen „Heiliger Gral“ gilt Debichs STRING BEAT. Funk- und Jazz-Kenner jedenfalls raunen sich schon seit vielen Jahren diesen Titel zu. Von Geheimtipp kann da schon fast keine Rede mehr sein.


Niemand weiß allerdings genau, was den etablierten und bis zum Jahr 1975 eher weniger als Funkateer in Erscheinung getretenen Dirigenten und Arrangeur Henryk Debich dazu trieb, gemeinsam mit dem von ihm geleiteten Rundfunkorchester Lodz dieses Jazzfunk-Monster einzuspielen. Denn weder vorher noch nachher hat sich Debich dieser Art von Musik gewidmet. Leider kann man den Meister nicht mehr danach befragen, da er 2001 in seinem Heimatort Lodz verstarb. Als Anregung mag ihm das damals umtriebige Schwarzwälder Label MPS gegolten haben. Dort hatten ja seinerzeit viele seiner Kollegen aus Osteuropa ihre Fähigkeiten als erstklassige Jazzmusiker unter Beweis gestellt.


Selbst der Schreiber des original Begleittextes, Andrzej Jaroszewski, kommt in seinen Zeilen aus dem begeisterten Staunen nicht mehr heraus: „Noch nie haben wir solch ein Orchester in einem derartigen Stil spielen hören. (...) Wenn Sie diese Platte bewusst gekauft haben, sind Sie ein Connaisseur, wenn Sie sie zufällig gekauft haben, sind Sie ein Glückspilz!“


Seine Begeisterung ist nachvollziehbar: messerscharfe Bläsersätze, eine verdammt präzise Rhythmussektion und die glasklaren Arrangements – nach so einem Sound musste man selbst in der vermeintlich musikalisch weiter entwickelten westlichen Welt lange suchen – und muss es noch heute. (Allein die fragwürdige Version von „Obladi – Oblada“ stört im Ablauf etwas…)


Abgesehen von dem Beatles-Schunkler gibt es noch zwei weitere Interpretationen „westlicher“ Musik: Henryk Debich erweist dem „Black Moses“ Isaac Hayes die Ehre („Melodia Z Filmu Shaft“) und verbeugt sich vor Herbie Hancock („Kameleon“). Alle anderen Tracks wurden von jungen, äußerst talentierten Komponisten aus Lodz extra für STRING BEAT geschrieben.


Nach der musikalisch ähnlich gelagerten James-Last-LP WELL KEPT SECRET, die BUREAU B Ende März unter dem Namen „JAMES LAST IN LOS ANGELES“ wiederveröffentlicht, ist „STRING BEAT“ die zweite Vinyl-Veröffentlichung des Labels.


Cover zum Downloaden unter www.bureau-b.com


Kontakt

Bureau B, Nina Thomsen, Stahltwiete 10, 22761 Hamburg

nina@bureau-b.com, Tel. 040-88166662