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OST/V.A. - La Linea - La Musica
BUREAU B BB13/ Indigo CD 912272
VÖ 29.8.2008
Wer in den siebziger Jahren schon fernsehen durfte, der begegnete irgendwann zwangsläufig einem dicknasigen Männchen, das aus nur einer Linie bestand: LA LINEA (auch Lui genannt). Neben seinen starken Konturen war charakteristisch für das Männchen, dass es – vorsichtig ausgedrückt – aus seinem Herzen keine Mördergrube machte. Es zeterte, nörgelte, feixte und überschüttete andere mit Schadenfreude, dass es eine Art hatte.
Der Schöpfer von La Linea war der italienische Cartoonist Osvaldo Cavandoli, der nach eigener Erinnerung beim Schreibtischaufräumen auf die Idee kam, „alles auf eine Linie zu reduzieren und mit dieser Linie alles, was ich erzählen wollte, auszudrücken“. Etwa 100 Folgen flimmerten ab 1972 in 40 Ländern über die Mattscheibe. La Linea war Cavandolis größter Erfolg. Er wurde mehrfach für seine Animationen ausgezeichnet und wurde sogar Ehrenbürger der Stadt Mailand. 2007 starb er 87-jährig.
Ganz wichtig für den Erfolg von La Linea war auch das unvergleichliche Organ des kleinen Cholerikers. Er sprach, oder besser gesagt: schimpfte in einer Fantasiesprache, die zwar manchmal an Italienisch erinnerte, aber trotzdem auf der ganzen Welt verstanden wurde. Sein Gebrabbel wurde nicht etwa, wie schon manches Mal gemutmaßt, auf irgendeine Art verfremdet, sondern stammte von dem großartigen italienische Synchronsprecher Carlo Bonomi. Ganz ohne technische Hilfsmittel, nur mit seiner ungewöhnlich variablen Stimme und der ihm eigenen Wandlungsfähigkeit machte er die sagenhaften Temperamentsausbrüche des Linienmännchens hörbar.
Und es gab ganz wunderbare Musik in diesen Filmchen. Die hatten verschiedene Werbemusik-Spezialisten komponiert, am Anfang vor allem Franco Godi, später dann meist Corrado Tringali: wunderbar gut gelaunte, swingende Easy-Listening-Perlen, manchmal mit Latin-Ausflügen, die bei genauer Betrachtung offenbaren, dass sie nicht nur fürs Nebenbeihören geschrieben wurden. Die Musik aller Episoden bringt BUREAU B nun auf CD heraus, angereichert durch zwei moderne Remixe. Zur weiteren Auflockerung meldet sich zwischendurch immer mal wieder das Linienmännchen mit einem gehässigem Lachen oder einem kleinen Wutausbruch.
Übrigens: Wem der Name Franco Godi bekannt vorkommt, der braucht sich nicht zu wundern. Der Herr war nämlich auch verantwortlich für den Soundtrack zu den Abenteuern eines gewissen Signor Rossi (erscheint am 8. August auf CD bei BUREAU B).
Cover zum Downloaden unter www.bureau-b.com
Bureau B, Nina Thomsen, Stahltwiete 10, 22761 Hamburg
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